Pressemitteilung

Düsseldorf den 25.07.2017

Verlagsgruppe Handelsblatt übernimmt Mehrheit an Euroforum – Investition in Live-Journalismus – Verlagsgruppe firmiert künftig als Handelsblatt Media Group

Die Verlagsgruppe Handelsblatt erwirbt eine Mehrheitsbeteiligung von 81 Prozent an Euroforum, dem Marktführer für Konferenzen, Seminare und Jahrestagungen im deutschsprachigen Raum. Weitere 19 Prozent hält die bisherige britische Muttergesellschaft Informa plc. mit Sitz in London – der weltweit größte Anbieter in diesem Bereich. Der Gesamtunternehmenswert liegt bei rund 15 Millionen Euro, was einem Kaufpreis-Multiple von 6 entspricht, wie Informa heute in einer Mitteilung an seine Aktionäre bekannt gibt.

Mit der Transaktion, die zum 31. Oktober  2017 vollzogen wird, will die Verlagsgruppe Handelsblatt ihr drittes Standbein – neben Print und Digital ist dies der Live-Journalismus – stärken und das Streaming von journalistischen Inhalten als neues Geschäftsfeld entwickeln. Die Akquisition dient dem Ausbau der beiden Wirtschaftsclubs von Handelsblatt und WirtschaftsWoche und wird die ökonomische Abhängigkeit vom traditionellen Druckgeschäft weiter reduzieren.

Touch the future: Herausgeberin Miriam Meckel bei der WirtschaftsWoche-Jubiläumsfeier
Handelsblatt-Chefredakteur Sven Afhüppe, Pathfinder 2017

Aktuell werden unter dem Dach der Verlagsgruppe Handelsblatt rund 200 Veranstaltungen mit ca. 30.000 Teilnehmern pro Jahr durchgeführt. Dazu gehören unter anderem die Jahrestagung Energiewirtschaft, der Auto-Gipfel, die CFO-Tagung, Banken im Umbruch, der Zukunftskongress Pathfinder, die verschiedenen Deutschland-Dinner, der ChangeKongress, der Deutsche Innovationspreis und das WirtschaftsWoche Gipfeltreffen der Weltmarktführer. Im Rahmen der Veranstaltungen wird Qualitätsjournalismus in Gestalt von Podiumsdiskussionen, Streitgesprächen, Debatten und Interviews live auf die Bühne gebracht. Künftig soll Live-Journalismus an der hauseigenen Georg von Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalismus auch als neuer Ausbildungszweig unterrichtet werden.

Asia Business Insights: Handelsblatt-Korrespondent Frank Sieren (Mitte) mit Altbundeskanzler Gerhard Schröder (links) und internationalen Gästen
Handelsblatt-Chefreporterin Tanja Kewes im Gespräch mit Gisbert Rühl, Vorstandschef des Klöckner-Konzerns

Das Know-how von Euroforum wird helfen, den Weg der Transformation beschleunigt weiter zu gehen. Derzeit beschäftigt Euroforum rund 140 Mitarbeiter. Pro Jahr führt das 1990 gegründete Unternehmen rund 250 Veranstaltungen in Deutschland, Österreich, der Schweiz sowie den USA und China mit mehr als 12.000 Teilnehmern durch. Thematische Schwerpunkte sind dabei vor allem die Branchen Automobil, Energie, Finanzen, Industrie & IT. Die Kernaktivitäten von Euroforum umfassen alle Wertschöpfungsstufen eines professionellen Veranstaltungsmanagements: von der Themenfindung und Programmkonzeption über die Marketingkampagne für Teilnehmer- und Partnergewinnung bis zur gelungenen Umsetzung.

Pathfinder 2017
Der Deutsche Innovationspreis 2017

Euroforum ist langjähriger Veranstaltungspartner der Verlagsgruppe Handelsblatt. Rund 40 Prozent des Euroforum-Umsatzes werden heute mit Events der Verlagsgruppe bestritten. Der größere Teil des Portfolios findet bisher außerhalb der Markenwelt von Handelsblatt und WirtschaftsWoche statt.

Miriam Meckel, Herausgerberin der WirtschaftsWoche, diskutiert beim Gipfeltreffen der Weltmarktführer mit Simone Bagel-Trah, Aufsichtsratsvorsitzende bei Henkel
Pathfinder: Daimler-Chef Dr. Dieter Zetsche (Mitte) und Verleger Dieter von Holtzbrinck (rechts)

Gabor Steingart, Vorsitzender der Geschäftsführung und Herausgeber des Handelsblatts: „Bei uns gibt es Journalismus in drei Darreichungsformen – auf Papier, digital und live. Es geht insbesondere bei letzterem um die Verbindung von Information und Inspiration. Vom Denken über das Fühlen zum Handeln. Mit der operativen Übernahme von Euroforum investieren wir neben dem traditionellen Printgeschäft und dem weiterhin stark expandierenden Digitalgeschäft kraftvoll in den Bereich des Live-Journalismus.“

Annemarie Brems, Geschäftsführende Direktorin bei Euroforum, freut sich darauf, ihr bisheriges Geschäft in die Verlagsgruppe zu integrieren: „Beide Häuser sind durch eine langjährige und in der deutschen Medienlandschaft einmaligen Erfolgspartnerschaft bereits eng verbunden. Das Bedürfnis nach Wissensaustausch, Inspiration und Begegnung auf offener Bühne mit hohem Niveau ist ungebrochen, ja sogar steigend. Mit dem neuen Eigentümer können wir dieses Bedürfnis noch kreativer und zielgruppengerechter bedienen.“

Pferd auf der Bühne: Pferdetrainerin Linda Weritz zeigt eindrucksvoll wie Empathie, Vertrauen und Führung im Umgang mit Tieren funktioniert
Sängerin Lena sorgt für musikalische Highlights

Der Akquisition folgt ein für Januar 2018 geplanter Umzug von Handelsblatt, WirtschaftsWoche, der Corporate Publishing Tochter planet c, dem Handelsblatt Research Institute, den Handelsblatt Fachmedien, den Vermarktungstöchtern iq media, iq digital und 360 Grad, sowie der Kreativagentur Deutschen Markenarbeit in das neue, rund 22.000 Quadratmeter große Hauptquartier im Innenstadtbereich von Düsseldorf. Zeitgleich wird es zu einer Umbenennung der bisherigen Verlagsgruppe in „Handelsblatt Media Group“ kommen. Steingart: „Wir sind kein traditionelles Verlagshaus mehr, sondern eine Mediengruppe neuen Typs, digital und experimentierfreudig. Das Kerngeschäft bleibt hochwertiger Wirtschaftsjournalismus, der zeitgemäß interpretiert und transformiert wird.

Neues Gebäude der Handelsblatt Media Group
Zum Jahreswechsel bezieht die Verlagsgruppe Handelsblatt ein neues Verlagsgebäude und firmiert künftig als „Handelsblatt Media Group“.

Fragen & Antworten

Zum Jahreswechsel findet die Umfirmierung der Verlagsgruppe Handelsblatt in Handelsblatt Media Group statt. Warum?
Wir sind kein traditionelles Verlagshaus mehr, sondern eine Mediengruppe neuen Typs, digital und experimentierfreudig. Das Kerngeschäft bleibt hochwertiger Wirtschaftsjournalismus, der zeitgemäß interpretiert und transformiert wird. Gleichzeitig haben wir mit der Handelsblatt Global den deutschsprachigen Raum verlassen und wollen unser internationales Geschäft erweitern. Beides – Innovation und Internationalisierung – spiegelt sich in dem neuen Namen wider: Handelsblatt Media Group.

Welche Philosophie steckt hinter dem Konzept Journalismus Live?
Wir sind keine Zeitung mit angeschlossenem Veranstaltungsbereich, sondern definieren uns als eine Gemeinschaft zur Verbreitung des wirtschaftlichen Sachverstandes. Diese Gemeinschaft lebt sowohl in der Zeitung, als auch in unseren Digitalprodukten, aber auch in den Leistungen des Handelsblatt Research Institutes und auf unzähligen Veranstaltungen. Mit Journalismus Live wollen wir unseren Qualitätsjournalismus erlebbar machen. Das heißt konkret: Journalistische Inhalte sind nicht nur lesbar, sondern werden erlebbar, wir transformieren Leserschaft in Partnerschaft, gehen vom Ich zum Wir, wechseln von Analog auf Dialog, verbinden Information und Inspiration, was für alle Beteiligten bedeutet: Vom Verstehen zum Fühlen zum Handeln. Ein 3D-Journalismus – also die Parallelität von Drucken, Digitalisieren und Darbieten – entsteht, wie es ihn so nirgendwo bisher gibt.

Der indische Botschafter Gurjit Singh im Gespräch mit Handelsblatt-Redakteurin Nicole Bastian
Handelsblatt-Herausgeber Gabor Steingart (links), Prof. Ann-Kristin Achleitner und Unternehmensberater Roland Berger laden zur C-Suite

Bedeuten die Investition und der Ausbau von Journalismus Live das langfristige Abwenden vom Printgeschäft?
Definitiv nein. Wie die aktuellen Auflagen- und Reichweitenzahlen zeigen, besteht kein Grund dem Printgeschäft den Rücken zu kehren. Im Gegenteil: Das Handelsblatt wächst seit Anfang 2012 gegen den Markttrend und hat ein Plus von 6 Prozent im Abonnement erzielt. Auch in der Zielgruppe der Top-Entscheider konnte das Handelsblatt punkten und wird laut der aktuellen Leseranalyse Entscheidungsträger (LAE) täglich von 299.000 Unternehmern, Selbstständigen und leitenden Angestellten gelesen. Auf 5-Jahressicht bedeutet dies einen Zuwachs von 14 Prozent. Aber es gilt, unseren Qualitätsjournalismus und seine Reichweitenerfolge in die neue Zeit zu transformieren.